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PRESSEMITTEILUNG vom 13. Juni 2016

13. Juni 2016

Vom Ende des Befehlstons

Ein Klima der Angst soll unter dem Management des VW-Konzerns geherrscht haben. So ist es zumindest derzeit in der Berichterstattung über den Abgasskandal des Automobilbauers zu lesen. Ein Arbeitsklima, in dem Scheitern von der Führung nicht akzeptiert wurde, heißt es. Bei Mittelständlern ist ein solches Klima selten. Darauf legen die Unternehmen viel Wert.

Georg Ludwig Kamb zum Beispiel ist der Typ Unternehmer, für den ein Handschlag ebenso gilt wie ein juristischer Vertrag. Und er ist stolz auf die Geschichte seiner Firma Kamb Elektrotechnik, das er von seinem Vater übernommen hat. Für Kamb zählen Tugenden wie Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verfügbarkeit. Diese drei Grundprinzipien seien nicht verhandelbar. "Das kann man auch patriarchalisch nennen", gibt er zu. Doch führt dieses Verständnis nicht zwangsläufig zu einer patriarchalischen Führung im Befehlston. "Führung funktioniert heutzutage nicht mehr von oben herunter", weiß Kamb. Deswegen ist die Führungsstruktur in seinem Unter- nehmen dezentral und autonom organisiert. "Ich kann nicht alles von meinem Schreibtisch aus entscheiden", sagt Kamb. Auch wenn bei ihm am Ende des Tages die Fäden zusammenlaufen. "Um die einzelnen Abteilungen muss es eine Klammer geben. Das ist immer der Unternehmer", ist er überzeugt. mehr